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Warum bellen Hunde?

Bellen ist vielleicht die Form der hündischen Kommunikation, die uns Menschen als erstes einfällt, wenn wir an die Sprache des Hundes denken. Jede von uns, die einen Hund hat, weiß auch, dass Bellen nicht gleich Bellen ist. Es klingt immer wieder anders und hat folgedessen auch unterschiedliche Funktionen und Bewegungsmuster. Ein paar davon werde ich in diesem Artikel erläutern.

weißer Hund bellt
Bellen hat sehr unterschiedliche Funktionen und ist begleitet von verschiedenen Bewegungsmustern.

Angstbellen

Das ist wahrscheinlich am leichtesten von jeder anderen Bellart zu unterscheiden. Wenn ein Hund Angst hat, klingt das Bellen fast eher wie ein Schreien, sehr hoch, schrill. Man hört es weit. Das ist auch gleichzeitig die Funktion. Es soll weit hörbar sein, weil der Hund dadurch am ehesten erwarten kann, dass ihm jemand zu Hilfe kommt. Hunde haben, wenn sie Angst haben, sehr viel Stress und auch das hört man in der Art, wie sie bellen. Es ist wie schon gesagt ein sehr hohes Bellen, schnell hintereinander, oft vermischt mit Jaulen. Wenn Welpen es machen, dann ist es ganz klar ein Rufen nach der Mutter, die auch sofort kommt, um zu helfen. Wenn Hunde Angst haben, bewegen sie sich entweder schnell hin und her, zeigen Stressanzeichen, vielleicht kratzen sie an der Tür, weil sie hinaus wollen oder verstecken sich unter einer Bank, wirken apathisch. Also nicht jeder Hund, der Angst hat, bellt. Angst muss man auch an der Körpersprache erkennen und sie darf natürlich NIE bestraft werden. Das macht überhaupt keinen Sinn.

Das wichtigste ist, dass man seinen Hund mit Geduld zu einem selbstbewussten Tier erzieht, das gelernt hat, mit unterschiedlichen Situationen im Alltag umzugehen. Das ist die beste "Impfung" gegen Angst. Wenn du dabei Hilfe brauchst, kannst du mich gern kontaktieren.

 

Erregungsbellen auf Grund von Freude

Wie der Name schon sagt, macht das der Hund, wenn er aufgeregt ist und sich freut, z.B. wenn du nach Hause kommst, wenn er mit anderen Hunden oder mit dir spielt, wenn ihr euch zum Spaziergang fertig macht, etc. Der Kontext hängt davon ab, was der Hund gerne macht bzw. was ihn aufregt. Beispielsweise kann es sein, dass ein Hund, der nicht gerne rausgeht, in dieser Situation nicht freudig erregt ist und daher nicht bellt.

Das Bewegungsmuster ist in solchen Situationen natürlich gekennzeichnet durch schnelle Bewegungen, Springen, Drehen, Wedeln, etc. Wenn man draußen unterwegs ist und der Hund an der Leine ist, wird er in solchen aufregenden Momenten höchstwahrscheinlich an der Leine ziehen und vielleicht sogar in diese beißen als Ausdruck von Stress.

Es gibt Hunde, die sich vor Freude kaum einkriegen, sodass die Bewegungen und auch das Bellen übertrieben werden können. In solchen Situationen ist es wichtig, dass du Ruhe bewahrst. Eine gute Idee kann es sein, wenn du deinem Hund beibringst, Dinge zu apportieren. Dann kann er in aufregenden Situationen, z.B. während du dich zum Spaziergang fertig machst, Dinge bringen und in Bewegung bleiben. Außerdem wird er nicht bellen, wenn er etwas im Maul hält.

 

Frustrationsbellen

Das ist die Art von Bellen, die der Hund zeigt, wenn er Stress hat, frustriert ist. Es ist typisch für Hunde, die eingesperrt sind (z.B. im Tierheim in Zwinger), oder aber auch für Hunde, die viel allein sind, auch wenn sie im Garten gelassen werden. Es ist monoton und endet manchmal mit Heulen. Es ist ein klares Signal dafür, dass der Hund leidet. Eine typische Folge dieses Leidens sind dann auch oft stereotype Verhaltensweisen wie Graben, Lecken bis hin zur Selbstverletzung.

 

Bewachungsbellen

Diese Bellart ist tief und mit Knurren vermischt. Es ist typisch für Hunde, die etwas bewachen, hat aber nichts mit Aggression zu tun. Viel eher ist die darunter liegende Emotion Angst und der Hund hat Stress. Die Funktion dieser Bellart ist, Distanz zu schaffen, die Bedrohung abzuhalten. Zum Bellen kommen Knurren, Zähne fletschen, Schnappen, Scheinangriffe und auch Beißen, wenn alles andere nicht funktioniert.

 

Willst du mehr über das Bellen wissen? Hör dir meine Podcastfolge Staffel 2, Folge 6 an. Da bespreche ich auch noch das Alarmbellen und das Bellen, um Kontakt aufzunehmen.

 

Wenn du wissen willst, wie man mit Bellen umgeht und was für Trainingsansätze es gibt, dann kontaktiere mich gern persönlich. Ich berate dich gern. Außerdem findest du im Buch von Turid Rugaas "Das Bellverhalten der Hunde" wertvolle Erklärungen und Tipps.






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