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Freeze! Was Hunde beim Einfrieren wirklich meinen

Wie du schon weißt, haben Hunde verschiedene Möglichkeiten, miteinander und mit ihrer Umwelt zu kommunizieren. Eine faszinierende Verhaltensweise, die wir heute genauer betrachten werden, ist das Einfrieren. In der Hundewelt hat das Einfrieren eine doppelte Bedeutung: Es dient sowohl zur Kommunikation als auch als physiologische Reaktion auf Stress. Im nachfolgenden Beitrag beschäftige ich mich eingehend mit der Funktion dieses Signals und warum Hunde es einsetzen bzw. zeigen.

Zwei Hunde begegnen sich auf einer Wiese.
Bei Hundebegegnungen kann man oft sehen, dass einer der Hunde kurz "einfriert".

Kommunikation durch Einfrieren

Das Einfrieren ist eine Verhaltensweise, bei der der Hund für kurze Zeit (wenige Sekunden) vollkommen regungslos bleibt. Es signalisiert anderen Hunden, dass er keine Bedrohung darstellt. Durch das Einfrieren gibt der Hund zu verstehen, dass er friedlich ist und kein Interesse an Konfrontation oder Aggression hat. Dabei wendet er den Blick ab, blinzelt, schaut zur Seite oder legt sich möglicherweise sogar hin. Dieses Verhalten kann beobachtet werden, wenn zwei Hunde aufeinandertreffen und einer von ihnen sich dem anderen vorsichtig nähert. Es ist wichtig, als Mensch genau hinzuschauen, um dieses subtile Signal wahrzunehmen. Denk dran: Der Hund zeigt es nur eine oder wenige Sekunden lang.


Einfrieren als Stressreaktion

Das Einfrieren kann jedoch auch eine Reaktion auf extreme Stresssituationen sein. Ein Hund, der mit einer Situation überfordert ist oder Angst hat, kann einfrieren, sich also einfach nicht mehr bewegen. Im Unterschied zum Einfrieren als Kommunikationssignal handelt es sich bei einer Stressreaktion um ein "langes Einfrieren". Das kann man gar nicht übersehen! Beispielsweise kann dies beim Besuch beim Tierarzt oder Hundefriseur auftreten. Viele Hunde empfinden solche Situationen als äußerst stressig und beängstigend. Das Einfrieren in solchen Momenten ist kein Anzeichen von Entspannung oder Beschwichtigung, sondern eher ein Zeichen dafür, dass der Hund sich auf einem hohen Stresslevel befindet. In solchen Fällen ist es wichtig, das Einfrieren nicht falsch zu interpretieren und angemessen zu reagieren, da der Hund möglicherweise auch schnappen oder beißen könnte.

Umgang mit dem Einfrieren

Wenn wir als Hundebesitzer:innen das Einfrieren bei unserem Hund (z.B. bei einer Begegnung mit einem anderen Hund) bemerken, ist es wichtig, angemessen zu reagieren. Ist es sehr kurz (wenige Sekunden) und wendet der Hund dabei immer wieder den Kopf ab (starrt den anderen also nicht an), dann sollten wir die Situation zwar gut beobachten, müssen aber nicht einschreiten. Der Hund signalisiert friedliche Absichten. Das Signal können auch wir verwenden, wenn wir zum Beispiel einem fremden Hund begegnen, der auf uns zurennt, oder uns anbellt. Bleib ruhig stehen und wende den Blick ab. So zeigst du dem Hund, dass du friedlich gestimmt bist. Das habe ich selbst schon hunderte Male angewandt und es funktioniert immer.

Zeigt dein Hund in einer Situation das Einfrieren jedoch lange, dann ist er sehr gestresst und du solltest unbedingt eingreifen. In solchen Fällen musst du den Stressor identifizieren und den Hund entweder von der stressauslösenden Situation entfernen oder eine Barriere zwischen ihn und dem Stressor errichten, indem du dich z.B. dazwischen stellst. Was du auf keinen Fall machen solltest, ist, an der Leine rucken oder den Hund irgendwie stupsen oder berühren. Du riskierst dann, dass dein Hund sich erschrickt und womöglich nach dir schnappt.

Hund beschnuppert eine Frau
Bei einer Begegnung mit einem fremden Hund bleib ruhig stehen und wende den Kopf ab.

Fazit: Das Einfrieren ist ein faszinierendes Verhalten bei Hunden, das sowohl als Kommunikationssignal als auch als Reaktion auf Stress dient. Hunde nutzen das Einfrieren, um anderen Hunden mitzuteilen, dass sie friedlich sind und keine Bedrohung darstellen. Gleichzeitig kann das Einfrieren auf einen hohen Stresslevel hinweisen und erfordert eine angemessene Reaktion seitens der Hundehalter:innen. Durch ein sensibles Verständnis und eine adäquate Reaktion auf das Einfrieren können wir dazu beitragen, Situationen friedlich zu lösen und das Wohlbefinden unserer Vierbeiner zu fördern.





 

Willst du noch mehr zu dem Thema erfahren, dann hör dir meine neue Podcastfolge dazu an. Darin beschäftige ich mich noch detaillierter mit diesem und 2 weiteren interessanten Signalen von Hunden. Meinen Podcast "Entdecke deinen Hund" findest du sowohl auf Apple Podcasts als auch auf Spotify.

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